Trolle bitte nicht füttern – Verantwortung in der digitalen Welt

Heute ist der 7. Februar 2012 – Safer Internet Day. Das ist kein Tag, der in Ihrem Kalender steht, aber der zumindest in und um das Internet große Wellen schlägt. Die deutsche Organisationsseite Klicksafe diskutiert beispielsweise mit UserInnen über Verantwortung im Netz. Dabei geht es um Themen wie Cybermobbing genauso, wie um diejenigen, die dabei zusehen und nichts melden (so wie auch bei realen Unfällen), aber auch um den Schutz von Privatsphäre und Daten. Auch Sie können jederzeit einen Beitrag auf auf Klicksafe posten.

Würden Sie Ihre Haustüre offen lassen und auf Urlaub fahren?

…vermutlich nicht. Viele tun das allerdings im Internet. Manche glauben sogar, diese Welt sei nicht real. Umso einfacher illegal Musik, Filme und Daten herunterzuladen. Ist ja alles nicht echt. Allerdings hat das reale Konsequenzen, wie Sie im Artikel zu SOPA und ACTA nachlesen können. Und auch Menschen, die von Cybermobbing betroffen sind, haben real mit den Folgen zu kämpfen. Der Begeisterungssturm bezüglich Internet hat nun mittlerweile einen ordentlichen Dämpfer erhalten. Viele haben Angst, machen sich Sorgen, wünschen sich, es wäre nie so weit gekommen oder facebook verschwinde ganz einfach wieder. Nun ja, wie bei allen Entwicklungen kommt irgendwann das böse Erwachen. Was für unsere Wirtschaft und Umwelt gilt, gilt auch fürs Netz: Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen. Facebook und Co. bieten tolle Möglichkeiten und erleichtern die Kommunikation in vielen Belangen. Aber auch hier gelten dieselben Regeln wie im „anderen“ realen Leben: Kümmern Sie sich um Ihre Privatsphäre, laufen Sie nicht im Pyjama durch die Ortschaft, schließen Sie Ihre Haustüre und nehmen Sie nicht uniformiert Angebote von fremden Menschen an.

Bitte nicht füttern – Troll in Sicht

Wie überall gibt es auch in der digitalen Welt Menschen, denen langweilig ist, die böswillig sind und Sie einfach auf die Palme bringen wollen. Solche Menschen kommentieren bevorzugterweile in Foren, aber auch in sozialen Netzwerken sehr radikale, sexistische, rassistische oder gehässige Botschaften, die nichts mit dem Thema des eigentlichen Beitrags (=Thread) zu tun haben (=off topic). Ihr Ziel ist es, andere KommentatorInnen zu ärgern und von der eigentlichen Diskussion abzulenken und in unsachliche Streitereien zu verwickeln. Diese Personen werden im Internet als „Trolle“ bezeichnet. Der Vergleich mit einem bösartigen Kobold liegt ja nahe. 🙂 Die oberste Regel im Umgang mit Trollen ist daher: Don’t feed the troll! (Trolle nicht füttern). Heißt so viel wie: Nicht einsteigen auf die provokanten Aussagen. Stattdessen am besten als Troll entlarven bzw. den ForumsbetreiberInnen melden.
Manchmal passiert es auch, dass vermeintlich 2 – 3 Personen ähnlich gehässig schreiben und sich gegenseitig stärken. Das liegt dann meist daran, dass sich 1 Troll mehrere NutzerInnenkonten angelegt hat, damit er/sie nicht so leicht enttarnt wird und den Unmut besser schüren kann.

Für BetreiberInnen von  Blogs gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit „Troll-Postings“ fachgerecht zu entsorgen. Und zwar auf einer eigens eingerichteten Webseite namens „Hatr.org“ (=hater = Hasser). Dort tummeln sich vor allem die Auswüchse von frauenfeindlichen KommentatorInnen. Für Foren und Netzwerke wie Youtube gibt es diese zusätzliche Öffentlichkeitsmachung noch nicht. Hier gilt es ganz besonders für alle anderen NutzerInnen aufmerksam zu sein und sachlich und verantwortungsbewusst zu reagieren.
In diesem Sinne: Überlassen Sie das Internet nicht den Trollen, sondern nutzen Sie es zum Lernen, Informieren und Kommunizieren – kurz für die schönen Seiten des digitalen Lebens! 🙂

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Über akzente

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3 Antworten zu Trolle bitte nicht füttern – Verantwortung in der digitalen Welt

  1. Sonja schreibt:

    Wieder einmal sehr aufschlussreiche Artikel! Danke dafür, habe wieder etwas Neues erfahren!

  2. Anonymous schreibt:

    Seht wichtiger Beitrag,Danke Gabriele

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