SOPA und ACTA – und der Bildschirm bleibt schwarz

Vielleicht haben Sie es mitbekommen. Vor kurzem blieb in den USA der Bildschirm schwarz, wenn UserInnen die Seite von Wikipedia öffneten. Der Grund: Protest! Der Protest richtete sich gegen einen Gesetzesentwurf namens Stop Online Piracy Act (kurz SOPA) und soll Online-Piraterie wirksam bekämpfen.

Was ist Online-Piraterie?
Darunter wird die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken verstanden – Musik- und Filmindustrie sind vor allem davon betroffen. Wenn Sie davon hören, dass Personen Musik und Filme gratis aus dem Internet herunterladen, dann können diejenigen das nur deshalb, weil jemand anders sich strafbar macht, indem er oder sie diese Dateien ins Internet hochlädt. Das soll SOPA bekämpfen.

Klingt doch gut, oder?
Einerseits ist es ganz gut, wenn Urheberrechte geschützt werden und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Andererseits hat sich das Internet zu einer Tauschplattform an Wissen und Dateien entwickelt. Diese Freiheiten zu beschneiden, meinen KritikerInnen, sei nicht mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit vereinbar. Viel schlimmer, und das betrifft auch SIE:

  • Tritt SOPA in Kraft, könnten Sie rein durch das Herunterladen von solchen Inhalten eine schwere Straftat begehen (bisher war nur das Hochladen strafbar)!
  • Alle Seiten, die auf solche illegalen Dateien verweisen, können beliebig abgeschaltet werden – egal ob es sich dabei direkt, um eine einschlägige Seite handelt, einen Werbebanner, der auf eine solche Seite verweist, oder eine Suchmaschine, die diese Seite bei den Ergebnissen listet!
  • Das heißt im Klartext: AUS für Google, AUS für facebook, für youtube, für ebay, für amazon und vieles mehr!!!

SOPA bzw. einzelne Firmen und Personen hätten praktisch die Macht, das Internet beliebig zu zensieren und zu zerstören. Bislang war es so, wenn auf youtube zB illegale Inhalte entdeckt wurden, wurden diese einzeln gelöscht. Jetzt könnte die gesamte Plattform lahmgelegt werden.

Allerdings wurde vor wenigen Tagen der Gesetzesentwurf aufgrund massiver Prosteste erstmal gestoppt. Natürlich, die SOPA betrifft die USA. Aber viele der Seiten, die wir tagtäglich nutzen, sind auf den Servern der USA gespeichert. Und damit betrifft es auch uns. Wir werden sehen, was passiert.

Hier zu Lande gibt es ebenfalls einen ähnlichen Gesetzesentwurf: die ACTA. Gerade eben hat die EU das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA unterzeichnet das bedeutet vermehrt: Vorratsdatenspeicherung.

Die digitale Gesellschaft setzt sich gegen die ACTA ein. In Österreich würde die Umsetzung zwar nicht schwarze Bildschirme bedeuten, allerdings, dass die Betreiber der Webseiten offenlegen müssten, wer wann wohin geklickt hat (sollte es sich um illegale Inhalte handeln). Im Klartext: landen Sie zufällig per Klick auf einem Musikvideo, dass nicht von der Produktionsfirma freigegeben wurde, sondern von jemand anders hochgeladen: Machen Sie sich strafbar! Noch ist nichts in Stein gemeiselt, aber es wird Zeit zu prostestieren.
Wenn Sie etwas dagegen tun möchten: Unterzeichnen Sie hier!

Mehr Info dazu auf Wikipedia, Netzpolitik und youtube:

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Über akzente

www.akzente.or.at
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