Wie das Internet die Welt zusammenbringt III – Post aus aller Welt

Man mag ja meinen, mit dem Internet sei der Briefverkehr ziemlich eingeschlafen. Postkästen finden sich nur spärlich, Postämter sowieso. Briefmarken gibt es in Trafiken immer seltener, Ansichtskarten oft nur mehr im unmittelbaren Touristenballungszentrum. Der Trend der Brieffreundschaften ist irgendwie verebbt, Briefmarkensammeln ist auch nicht mehr gerade das hippste Hobby unter Kinder und Jugendlichen. Dennoch.

211 193 Menschen auf der Welt sehnen sich wieder nach Post. Richtiger Post. Keine Rechnungen oder Werbeaussendungen, sondern liebevoll gestaltete Ansichtskarten aus Taiwan, Russland, Niederlande oder wo auch immer her. 203 Länder sind momentan mit dabei. Über 6,6 Millionen Karten wurden schon verschickt. An die 220 000 sind gerade im Umlauf.

Über die Plattform Postcrossing organisieren sich die täglich mehr werdenden Fans der guten alten Postkarte. Schnell ist er/sie registriert und darf sogleich 5 Postkarten verschicken. Die Adressen werden automatisch vergeben. Die Profile weisen auf die Postkartenvorlieben der SchreiberInnen hin, ebenso wie auf die Sprachen, die verstanden werden – im Grunde könnte also auch nichts geschrieben werden außer „Hello from Austria!“, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist. Für die Registrierung allerdings und die Verwaltung wär es nicht schlecht, Englisch zu beherrschen.

Und dann kommt das große Warten – und schließlich landen ebensoviele Karten wie verschickt wurden im eigenen Postkasten – wieder von Unbekannten. Sobald diese einlangen, werden Sie auf der Internetseite von Postcrossing registriert, am besten auch eingescannt, um zu zeigen, welche Postkarten gefallen bzw. was man schon bekommen hat.

Ein Teil meiner erhaltenen Postkarten

Und je mehr versendet wird, desto größer wird die Zahl der Postkarten die verschickt werden dürfen – also gleichzeitig. Je mehr Mitglieder ein Land hat, desto öfter gehen dort natürlich auch Karten hin. Finnland und Niederlande sind hier ganz vorn dabei, aber auch USA und Russland. Natürlich kann auch einfach so eine Person übers Internet angeschrieben und zum Postkartenwechsel gefragt werden, wenn zB jemand mal gern eine Karte aus Island oder Kenya hätte.

Verschickte Postkarten

Ein paar Postsüchtige gibt es, die offensichtlich jeden Tag mindestens 10 Stück verschicken, denn bei der Vergabe der Adressen ist auch ersichtlich, wie viele 1000! teils eine Person bereits verschickt hat und in welchem Zeitraum! Wer lieber nur alle paar Wochen eine Karte versendet ist aber ebenso willkommen, nur wird eben seltener ein buntes Kärtchen unter der eigenen Post zu finden sein.

Und was schreibt man? Was gefällt. Über das eigene Land, oder den Wohnort, typisches eben, oder über sich, einfach etwas nettes, vielleicht ein Spruch in der Landessprache. – Bei der Registrierung der erhaltenen Post kann man sich schließlich auch bei der/dem SenderIn bedanken für die besonders schöne Briefmarke/Karte oder was auch immer. In diesem Sinne: Happy Postcrossing!

Postcrossing ohne große Worte erklärt:

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Über akzente

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4 Antworten zu Wie das Internet die Welt zusammenbringt III – Post aus aller Welt

  1. mimi schreibt:

    muß ich mal auspropieren

  2. Anonymous schreibt:

    Finde ich ganz lustig, überhaupt wenn man Postkarten sammelt

  3. mc fly schreibt:

    eine lustige Methode die grosse Welt zu sich nach Hause zu holen, dabei aber auch sein eigenes Land zu präsentieren.-

  4. Anonymous schreibt:

    Gute Methode auch an neue Briefmarken zu kommen.

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