Wie das Internet die Welt zusammenbringt – Folge II: Meine Couch ist deine Couch

Nicht nur denn Esstisch, nein auch die Wohnzimmercouch wird seit einigen Jahren mit wildfremden Menschen auf der ganzen Welt geteilt. Der Grund: einerseits kostenlos, und andererseits – und viel wichtiger: Land und Leute wirklich hautnah erleben.

Das ganze läuft über die Seite www.couchsurfing.org ab. Auf dem globus-umspannenden Netzwerk finden sich  Profile von Menschen allen Alters, Geschlechts, Singles, Paare, SeniorInnen, die sich gerne die Welt nach Hause holen und für 2 – 3 Tage ihre Gastfreundschaft anbieten. Der Preis: gegenseitiges Kennenlernen, Kommunizieren, vielleicht etwas gemeinsam unternehmen. Je nach dem was gewünscht und geboten wird.  In allen größeren Städten gibt es regelmäßige Treffen der ansässigen GastgeberInnen (Hosts), die Infos austauschen und mit Reisenden ebenfalls immer wieder etwas unternehmen. Englisch zu können ist nicht Pflicht, macht die Sache aber einfacher. Nach Deutschland zu „surfen“ ist aber kein Problem – so bin ich ebenfalls schon auf einem Baunerhof in der Lüneburgerheide gelandet und hab dort Silvester verbracht.

Über Couchsurfing kann sich jede/r ein Profil erstellen, auf dem angezeigt wird, ob momentan eine Couch verfügbar ist, oder vielleicht nur Kaffeetrinken-Gehen, oder ob man selbst auf Reisen ist. Je besser und interessanter ein Profil ausgefüllt ist, um so interessanter für die Suchenden. Wer nun selbst auf Suche geht, sollte sich auch immer auf den/die GastgeberIn beziehen und nicht einfach nur eine billige Schlafmöglichkeit suchen, sondern wirklich den/die andere/n kennenlernen wollen. Und man muss keines falls jede Anfrage annehmen. Entweder hat man Zeit und Lust oder nicht, ganz egal.

Damit das ganze sicher bleibt, werden Referenzen geschrieben – positive, neutrale, negative.  Und so kann ein Profil beispielsweise aussehen:

Bosame lebt mit seiner Familie auf der Insel Fidschi, er wohnt gleich in der Nähe vom internationalen Flughafen, spricht Hindi, Englisch und und Fidschi fließend. Auf dem Foto zeigt er sich mit Frau und Kindern, er arbeitet in der Tourismusbranche und hat bisher alles Anfragen zumindest beantwortet. Er ist ein typisches Beispiel für einen männlichen Host (Gastgeber), denn Couchsurfing ist keine Plattform für Partnersuche. Wenn einzelne Männer – und das kommt selten aber manchmal doch vor – weibliche Couchsurferinnen einladen zu sich, oder einfach Kennenlernnachrichten schicken, dann kann dies an die oberste Stelle „gemeldet“ werden. Bosame hingegen ist ein seriöser Gastgeber, was an dem braunen Zeichen mit der Zahl 8 ebenso deutlich wird. Das bedeutet, dass 8 andre Personen, die ebenfalls schon von andren als vertrauenswürdig eingestuft wurden, auch ihn für vertrauenswürdig halten.

Ein Stück weiter unten kann nachgelesen werden, was Bosame gerne macht, und Infos über seine Couch – wie viele Menschen übernachen können, wie die Modalitäten sind. Auch eine Zusammenfassung aller Referenzen ist sichtbar.

Mehr zum Nachlesen finden Sie auf: Focus Online
Oder auf N24, sogar mit Videobeitrag

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Über akzente

www.akzente.or.at
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Eine Antwort zu Wie das Internet die Welt zusammenbringt – Folge II: Meine Couch ist deine Couch

  1. Anonymous schreibt:

    Für jemanden der gerne viel reist ,unkompliziert und sehr aufgeschlossen ist eine durchaus gunstige Variation um Urlaub zu machen. Mein Fall wäre es nicht.

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